Netzbauprojekt Pradella – La Punt

Die Hochspannungsleitung Pradella – La Punt ist wichtig für den Stromtransit und die Versorgungssicherheit des Kantons Graubünden. Damit genug Energie transportiert werden kann, ist der Ausbau der rund 50 km langen Leitung zwischen Pradella und La Punt auf durchgängig zwei 380-kV-Leitungen nötig. Hierzu wurden erdverlegte Polyethylen-Kabelschutz-Rohrblöcke auch in unwegsamen Gelände verlegt.

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Kabelrohrblock in Susch, inkl. Spezial-Abstandhalter

Die bestehende Höchstspannungsleitung zwischen Pradella – La Punt stellte bis anhin einen Engpass im schweizerischen und europäischen Übertragungsnetz dar. Mit dem Ausbauprogramm wurde die Import-Kapazität aus dem Norden erhöht, die Vernetzung mit dem internationalen Stromnetz (Österreich, Italien) gestärkt und der Abtransport der Energie aus der Wasserkraft im Kanton Graubünden verbessert. Das Vorhaben steigert ausserdem die Versorgungssicherheit und beinhaltet prioritär das Netzausbauprogramm Engadin mit dem Ausbau der 380-kV-Leitung zwischen Pradella – La Punt sowie den Ausbau der Schaltanlage Pradella.

Vorgehen

Auf der rund 50 km langen Leitung wurde durchgehend ein zweiter 380-kV-Stromkreis aufgelegt. Dazu musste die auf der bestehenden Freileitung zwischen Zernez und Pradella mitgeführte 220-kV-Energie-ableitung aus dem Kraftwerk Ova Spin abgebaut werden, welche neu über ein 110-kV-Talnetz ersetzt wird.

Die Engadiner Kraftwerke (EKW) und die Repower (RE) als Eigentümerin des Engadiner Verteilnetzes haben das bestehende 60-kV-Netz durch ein neues, leistungsfähigeres 110-kV-Netz ersetzt. Dieses wurde als Kabelleitung erstellt und dient zum Teil als Ersatzmassnahme für die geplante Nachrüstung der 380-kV-Leitung Pradella – La Punt. Der zwischen Pradella und Zernez auf der Leitung mitgeführte 220-kV-Strang wurde abgebaut.

Um den leistungsfähigen Betrieb der erdverlegten und betonierten Rohrleitung nachhaltig zu gewährleisten, wurden über 400 km Kabelschutzrohre (hauptsächlich der Dimension 163 x 148 mm) äusserst professionell und teilweise unter erschwerten Bedingungen (grosses Gefälle, versch. Inn-Unterquerungen) eingebaut. Hauptsächlich zum Einsatz kam ein hochwertiges HDPE-Produkt von der MCAM Symalit AG und wo es möglich war, wurden auch Kabelschutzrohre aus Hartpolyethylen-Rezyklaten eingesetzt.

Bei neuralgischen Punkten mussten zudem noch Verbindungen mit Elektroschweissmuffen durchgeführt werden. Um den Verlegerichtlinien 1103.d nach VSE (Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen) gerecht zu werden, wurde projektspezifisch eine Vielzahl von Spezial-Abstandhalter eigens für dieses Projekt konzipiert und eingesetzt.

Eine besondere Herausforderung galt auch der Logistik: Um für die verschiedenen Lose möglichst kurze Transportwege und eine permanente Verfügbarkeit der eingesetzten Kabelschutzrohre/Zubehörteile zu gewährleisten, wurden vor Ort verschiedene Blocklager erstellt und die Lagerbestände permanent über-wacht. Im äussert unwegsamen Gelände kam aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Aspekten zudem der Hubschrauber zum Einsatz.

Nach einem erfolgreich realisierten Projekt dieser Grössenordnung darf natürlich auch ein Abschluss-Fest nicht fehlen. Unter grosser Beteiligung wurde dieses am 7. Juli im S’chanf im Beisein der wichtigsten Akteure und Handwerker durchgeführt und äusserst gelungen zelebriert. Allen Projekt-Beteiligten auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für den aussergewöhnlich geleisteten Einsatz.

Projektpartner

Bauherrin/Eigentümerin: Swissgrid AG
Planung Axpo Power AG
Umweltmanagement Arinas Environment AG
Bauherrin/Eigentümerin der Schaltanlagen
und des 16-, 60- und 110-kV-Netzes
Engadiner Kraftwerke AG
Lieferant Kabelschutzrohr/Formteile MCAM Symalit AG
 
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Tägliche Baustellenkontrolle durch den Hilfs-Bauleiter