VKR – ergänzende Information zur Kreislaufwirtschaft Kunststoff-Rohre Schweiz und zum Kassensturzbeitrag vom 17.02.2026 «Recycling unter der Lupe: Was passiert mit unserem Plastik?»
Im SRF-Beitrag begibt sich André Ruch auf eine Recyclingreise mit dem Ziel, herauszufinden, wie oft Plastik ein zweites Leben findet und ob Recycling wirklich gegen die Plastikschwemme hilft. Gerne möchten wir als VKR – Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile – hierzu folgende Ergänzung geben, da die Verwertung von Kunststoffen aus Siedlungsabfällen für uns eine wichtige Rolle spielt. Daher möchten wir nachfolgende Punkte im Hinblick auf Kunststoffrohre nochmals beleuchten.
Eine beachtliche Menge der Schweizer Kunststoffrohre wird aus Recycling-Material hergestellt (z. B. Kabelschutzrohre). Bei einem Öko-Vergleich zwischen der thermischen Verwertung in der KVA mit dem mechanischen Recycling muss berücksichtigt werden, dass für diese Kunststoffrohre Primärmaterial aus wertvollen fossilen Rohstoffen verwendet werden muss, wenn kein Recycling-Kunststoff aus der Sammlung von Siedlungsabfällen vorliegt.
In diesem Kontext kann der Recyclingansatz insbesondere durch Vorteile wie eine geringere Abhängigkeit vom Rohölmarkt, höhere Preisstabilität, Schonung von Ressourcen sowie die Förderung geschlossener Wertstoffkreisläufe in der Schweiz überzeugen. Diese Argumente werden zusätzlich durch die aktuelle globale Wirtschafts- und Marktsituation gestützt.
Der Löwenanteil der Schweizer Kunststoffrohr-Systeme kommt in erdverlegten Anwendungen zum Einsatz. Kunststoff-Rohre werden in der Schweiz seit 1960 in Tiefbauapplikationen eingesetzt. Mit einer Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren haben die meisten Kunststoff-Rohre das Ende ihrer Nutzungsdauer noch nicht erreicht. Trotzdem engagiert sich der VKR und seine Mitglieder für das stoffliche Recycling von Bauabschnitten und Leitungen. Schweizweit steht hierzu ein flächendeckendes Netz von Annahmestellen für die Sammlung von Kunststoffrohren aus dem Tiefbau zur Verfügung.
Recycling-Kunststoff aus kurzlebigen Siedlungsabfällen wird in der Schweiz bereits seit Jahrzehnten für die Produktion von langlebigen Kabelschutzrohren eingesetzt – aktuell ca. 25’000 Tonnen jährlich. Bedenkt man die Nutzungsdauer von 80 Jahren und die mechanische Leistungsfähigkeit dieser «Second-Life-Rohre» kann man definitiv von einer funktionalen Aufwertung des Rezyklats sprechen. Da die Kunststoffsammlungen in der Schweiz dieses Volumen heute (noch) nicht abdecken, muss auch Recycling-Material aus dem Ausland zugekauft werden.
In einer Studie der Umtec Technologie AG (Jahr 2026) wurden die Umweltreduktionen der Schweizer PE-Recycling-Rohre ermittelt. Dabei ergaben sich gegenüber einem Szenario «Einsatz von Neumaterial und ausschliesslich thermische Verwertung von Kunststoff-Siedlungsabfällen in der KVA» folgende jährliche Reduktionen mit Recycling-Material:
- Treibhausgasemissionen: 105 131 t CO2-eq = ca. 14'500 – 17'100 Erdumrundungen mit dem Pkw
- Umweltbelastungspunkte: 125 Mrd. UBP = jährliche Umweltbelastung von 28’000 Einwohnern in der Schweiz
- Kumulierter Energieaufwand: 488.4 GWh Öl-eq = jährlicher Stromverbrauch von 108'000 Haushalten
Die Werte verdeutlichen, dass aus klimatischen und energetischen Gründen das mechanische Recycling von Kunststoff-Abfällen der thermischen Verwertung in der KVA vorzuziehen und der Einsatz von Recycling-Material bei Kabelschutzrohren gegenüber dem Einsatz von Neumaterial zu bevorzugen ist.
Unser Fazit
Der VKR und seine Mitgliedsfirmen sind klare Befürworter der Kreislaufwirtschaft, sowohl bei Kunststoffrohren als auch bei Siedlungsabfällen aus Kunststoff, um einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Umwelt zu leisten. Rezyklate aus kurzlebigen Verpackungen werden dabei in eine langlebige technische Anwendung (z. B. Kabelschutzrohre) überführt – eine funktionale Aufwertung mit hoher Ressourcen-effizienz.
Mehr Details finden Sie hier: www.pipe-recycling.ch